Linie
Ostern 2025

Fastenzeit 2026

6. Sonntag der Fastenzeit, 29.03.2026


Palmsonntag

Das Gute für das Bessere loslassen

Rev. Matthew E. Long


Die Jünger kamen mit dem Esel zurück, um den Jesus gebeten hatte. Sie legten ihre Mäntel über den Rücken des Tieres, damit er darauf sitzen konnte. Das machte nicht nur seine Fahrt bequemer, sondern ehrte auch einen Mann, der ein großer Lehrer, ein Rabbi, ihr Anführer, ein Prophet, der Messias oder Christos war, der Gesalbte, der sie in das neue Königreich führen würde.

Ernest Wilson schreibt in seinem Buch „The Week That Changed the World“ (Die Woche, die die Welt veränderte): „Jesus wählte das bescheidenste aller Tiere, den Diener des einfachen Volkes. Heute erschien er in seiner spirituellen Natur als der Messias. Auf subtile Weise verkündete er seine Ablehnung weltlicher Macht. Sein Reich – wie er immer wieder betont hatte – war nicht von dieser Welt.“

Nur wenige verstanden wirklich die heilige Mission dieses Christus. Die meisten erwarteten einen Kriegerkönig, der die Engel herbeirufen würde, um diejenigen zu vernichten, die sie verfolgten, die Römer. Unter ihnen war Judas Iskariot, ein Zelot, der bereit war, für seine Freiheit und die Freiheit Israels zu kämpfen. Diese wortwörtlich denkenden Fundamentalisten waren zutiefst enttäuscht, als derjenige, von dem sie erwarteten, dass er sie von ihren irdischen Sorgen erlösen würde, verhaftet, eingesperrt und wie ein gewöhnlicher Verbrecher gekreuzigt wurde. Aber sie hatten die spirituelle Absicht Jesu missverstanden.

Der Palmsonntag ist für mich eine Erinnerung daran, mein Leben neu zu überdenken und mich in Gottes Hände zu begeben. Symbolisch und wörtlich lasse ich los und gebe meine vorgefassten Vorstellungen davon auf, wie die Dinge sein sollten. Ich gebe meine selbstsüchtigen, egoistischen Wünsche und Sehnsüchte auf und lasse Gott in mir Gott sein. Ich gebe mich in die Hände von Good Orderly Direction (GOD) (Gute ordnungsgemäße Führung = GOTT) und bete: „Dein Wille, nicht mein Wille, dein Wille geschehe!“

Jesus lebte, damit wir ein Leben in Fülle haben können (Johannes 10,10). Sein Tod und seine Auferstehung, die Wunder, waren allesamt notwendige Taten, damit wir seine Worte hören können, seine Botschaft vom Himmel in unserer Mitte, vom Reich, das in uns ist, dass Gott unser Vater ist und wir Gottes Kinder sind, an denen Gott Wohlgefallen hat.

Das ist die Botschaft Jesu, die Botschaft, die er uns hören lassen wollte. Wann und wo auch immer du dies liest, heute ist ein heiliger Tag. Der Ort, an dem du stehst, ist heiliger Boden, und gerade jetzt hast du die Möglichkeit, im Himmel zu sein. 

Manchmal müssen wir das Gute aufgeben, um etwas Besseres zu erreichen. Manchmal müssen wir die relative Wahrheit aufgeben, um die absolute Wahrheit der Gegenwart und Kraft Gottes in unserem Leben und unseren Angelegenheiten zu erkennen. Manchmal müssen wir alles verlieren, um alles zu gewinnen, was wirklich wertvoll ist. Oder vielleicht war es auch nur ein Mann, der auf einem Esel ritt.


— Rev. Matthew E. Long
 Peace Unity Network Clarkston, Michigan


Linie
 
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen