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Ostern 2025

Frohe Ostern

Der Eine, der wir alle sein könnten.
- J. Dillet Freeman

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Str Ostern

Ostersonntag, 05. April 2026


Das Muster der Auferstehung

Rev. Maggie Alderman


Stelle dir einmal vor, wie es für diejenigen gewesen sein muss, die am Ostermorgen vor einem leeren Grab standen. Nachdem sie drei Tage lang unermessliche Trauer ertragen hatten, waren diejenigen, die Jesus am meisten liebten, sicherlich voller Vorfreude darauf, wie sich die Erfüllung von Jesu Verheißung zeigen würde. 

Kein Wunder, dass sie sich vor Tagesanbruch versammelten, um ihren geliebten Sohn und Lehrer wieder zu begrüßen. Stelle dir vor, was ihnen durch den Kopf und das Herz ging, als sie den weggerollten Stein sahen, ohne dass es Anzeichen dafür gab, dass jemals ein Mann dort beigesetzt worden war, abgesehen von einem Satz ordentlich gefalteter Leichentücher.

Glaubst du, dass sie jemals daran gedacht hatten, dass das neue Leben so anders aussehen würde, als sie es sich vorgestellt hatten? Das ist die Frage, über die wir an diesem Osterfest nachdenken sollen.

Die letzte Handlung im Wirken Jesu bestand darin, uns durch sein persönliches Beispiel zu lehren, was es wirklich bedeutet, von neuem geboren zu werden. Er tat dies, indem er uns einen Entwurf hinterließ, ein Muster, das den Zyklus der Evolution im Bewusstsein und Ausdruck offenbart.

In Lukas 9,22 heißt es: „Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.“

Mit anderen Worten: Wir können davon ausgehen, dass sich unser göttlicher Ausdruck in menschlicher Form weiterentwickeln und immer wieder neu entstehen wird. Wir werden alte Ideen und Institutionen, die uns einst geprägt und gedient haben, hinter uns lassen. Wir werden unseren eigenen Status quo aufbrechen, um ein tieferes Verständnis der Wahrheit unseres Ursprungs zu erlangen. Und wenn wir das tun, kann es sich so anfühlen, als hätten wir alles verloren, als wären wir allein in der Dunkelheit eines isolierten Grabes.

Die Heilige Schrift berichtet auch, dass Jesus gesagt hat, wir seien zu allem fähig, was er getan hat, und sogar zu noch Größerem (Johannes 14,12). Das ist die Wahrheit, die wir am Tag der Auferstehung feiern: die Kraft, zu überwinden, durchzuhalten und zu einer neuen Ausdrucksform aufzusteigen.

Lasse die Bedeutung dieses Morgens in deiner eigenen Erfahrung wirken. Wo in deinem Leben ist etwas Kostbares verloren gegangen, sodass du dich fragst, was aus dieser Leere entstehen könnte? Befindest du dich an der Schwelle zu etwas Neuem – nicht, weil du es geplant hast, sondern weil das Leben einen Stein weggerollt hat, den du noch nicht bereit warst zu bewegen?

Ostern lädt uns ein, zu erkennen, dass die Auferstehung kein einmaliges Ereignis ist. Es ist ein göttliches Muster, das in das Gewebe unseres Werdens eingewoben ist. Dieser heilige Morgen erinnert uns daran, dass das Grab niemals das Ende der Geschichte ist. In unseren Momenten größter Unsicherheit und Hingabe ist der Geist bereits am Werk, ruft uns hervor, löst, was nicht mehr dient, und führt uns in ein neues Leben – vielleicht auf eine Weise, die wir uns noch nicht vorstellen können.

—Rev. Maggie Alderman

Direktorin, Unity Gebetsdienst 
(Silent Unity)


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